Schwedisch für Auswanderer

Wer nach Schweden auswandern will, sollte sich vor allem überlegen ob man seinen deutschen Pass und seine Staatsangehörigkeit behalten will, mit allen Vor- und Nachteilen, oder ob man nach einigen Jahren die schwedische Staatsbürgerschaft erwerben will, da dies hinsichtlich der Sprachprüfung (mindestens Niveau B1) von Bedeutung ist, wie auch für die Landeskenntnisse.
 
Die nächste Frage die man sich stellen sollte, betrifft die beruflichen Aktivitäten, denn man sollte davon ausgehen dass man früher oder später die schwedische Sprache beruflich benötigt. Bei sehr einfachen Berufen mit geringem Einkommen, reichen in der Regel die Kenntnisse die man bei der Prüfung des Niveaus B1 oder B2 nachweisen muss, im mittleren Bereich sollte man auf jeden Fall die Prüfung C2 schaffen, und wer wirklich eine anspruchsvolle, oder akademische Karriere anstrebt, muss weitaus mehr können als man bei Sprachkursen erreichen kann.

Freundschaft Schweden - Deutschland
Foto: Herbert Kårlin

Auch wenn zahlreiche Schulen, Apps und Ausbildungszentren (unter anderem die Folkuniversitetet) Kurse anbieten die teilweise bis zum Niveau C2 (Abiturniveau für Schwedisch als Fremdsprache) führen, so kann der offizielle Test nur an Universitäten abgelegt werden. Hierbei ist hinzuzufügen dass nahezu jeder, der glaubt mit Hilfe einer App oder eines normalen Sprachkurses die offiziellen, europäischen Sprachniveaus zu schaffen, ohne Zertifikat den Prüfungssaal verlassen wird, da die Prüfung nicht aus einer Wortschatzübung besteht, sondern man auch lesen und korrekt schreiben können muss, auf Fragen zu antworten hat usw.



Wer auf Grund eines schwedischen Partners auswandert, der möglichst wenig Deutsch spricht, wird in den meisten Fällen die schwedische Sprache innerhalb von ein bis drei Jahren lernen, immer vorausgesetzt dass man sich in einer schwedisch sprechenden Umwelt befindet. Wer nach dem Auswandern innerhalb der Familie weiterhin überwiegend Deutsch spricht und dann auch noch in deutschsprachigen Kreisen verkehr, wird vermutlich nie sehr gut Schwedisch sprechen. Ein Rentner wird sich dennoch sehr wohl fühlen, auch mit minimalen Sprachkenntnissen, wer jedoch am aktiven, schwedischen Leben teilnehmen will, wird irgendwann seine Grenzen erkennen und kann nur durch Kinder, die schwedische Schulen besuchten, Zugang zu einem Teil des schwedischen Lebens finden.
 
Man sollte beim Auswandern auch nicht den Fehler machen ohne jede Schwedischkenntnisse das Land zu wechseln, da dies meist zu einem Kulturschock und einer gewissen Isolation führt. An dem Tag, an dem man in Schweden ankommt, sollte man auf jeden Fall die ersten tausend bis zweitausend Worte kennen und vor allem die Aussprache gelernt haben, denn mit einer fehlerhaften Aussprache wird man vor Ort oft nicht verstanden. Und die Aussprache lernt man nur selten von deutschsprachigen Lehrern, sondern nur von jemandem der Schwedisch als Muttersprache spricht. Bei der Wahl eines Kurses in Deutschland sollte man daher immer zu jemandem greifen, der aus Schweden kommt, wobei man hierfür natürlich auch einige Stunden Privatunterricht leisten kann um schnell voranzukommen.


 
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